Web 3.0
Seid der vor kurzem erwähnten Digital Nation Doku teste ich zur Zeit an kleinen Selbstversuchen wie stark der ganze Onlinerummel meine Konzentrations- und Auffassungsgabe wirklich beeinflusst. Normalerweise fällt mir das nicht sonderlich auf, aber in den letzten Tage und Wochen, die komplett mit den Vorbereitungen meiner Klausuren draufgehen, wird deutlich wie schwer es fällt länger als ein-zwei Stunden wirklich fokussiert zu Arbeiten ohne zwischendurch irgendeinen medialen Input zu bekommen.
Gut, man kann das Ganze unter dem Deckmantel der Prokrastination schönreden und zum allgemeinen Kulturgut unserer Gegenwartskultur erheben, aber ich weiß nicht, die positiven Aspekte sind für mich noch nicht wirklich deutlich. Ist der Tausch 24/7 Information gegen Konzentration wirklich lohnenswert?
Ich weiß nur das wir noch ziemlich am Anfang des Ganzen stehen. Was vor zwei-drei Jahren noch als digitaler Schatten die Realität unterwanderte drängt dann wohl in den kommenden Jahren an die Oberfläche um auch den letzten Quadratmillimeter mit ‘Mehrwert’ zu versehen. Das wird verrückt, und vor allem anstrengend. Der angehängte Film von Kechii Matsuda gibt einen Eindruck. Epilepsi here I come.
Bonusquatsch: Dragon-Augmented-Reality-Tattoo via Mashable.
Umfassende Doku des PBS über die, zumeist negativen, Folgen der zunehmenden Vernetzung und Digitalisierung.
Während die erste Stunde mit desorientierten Mutitask-Kids, spielsüchtigen Koreanern in Entziehungslagern und der Hilflosigkeit der Digital Imigrants recht polemisch daherkommt, wird’s gegen Ende hin wirklich Interessant.
Um die Neudefinition von Krieg geht es da. Um Soldaten die ihre Uniform tragen müssen damit sich das Töten via Joystick reeller anfühlt oder auch um die Herstellung virtueller Klone in weniger als fünfzehn Minuten.
Digital Nation auf PBS.com anschauen.
Oliver Reichenstein, CEO der Information Architects, über das Konzept der Webtrendmap.
Sehr schöne Animation zu Forschungsarbeiten von MAYA, über die Auswirkungen und Herausforderungen der exponentiell wachsenden Anzahl an Informationsschnittstellen.
“Analysts agree that, within a couple of years, there will be over a trillion information devices connected to the global network. One trillion is a huge number.
[…]
MAYA’s research is about understanding what it will take for your products and services to fit into––and survive––a trillion-node world. Our mission is to help your company invent a profitable future through deep research, technological innovation and actionable results.”
Via Blogpiloten & Netzpolitik
Wer kennt es nicht? Es gilt zu konzentriert zu schreiben doch zehn offene Tabs, Messenger, Twitterclient, Mail, etc. wissen das gekonnt zu verhindern. Prokrastinations overkill to the fullest.
Abhilfe soll da Herraiz Sotos Ommwriter schaffen. Als Gralshüter der Konzentration soll er den Schwung zurück in die Schrift bringen:
“Ommwriter is a humble attempt to recapture what technology has snatched away from us today: our capacity to concentrate.
Ommwriter is a simple text processor that firmly believes in making writing a pleasure once again, vindicating the close relationship between writer and paper. The more intimate the relation, the smoother the flow of inspiration.
If you are a scriptwriter, blogger, journalist, copywriter, poet or just someone who enjoys writing, welcome back to concentrating.”
Den Nutzen stelle ich mich (zumindest für mich) in Frage, dennoch recht schick das Ganze.
Schöne Graffiti-Kurzdoku über Hense aus Atlanta. Das ist doch wieder mit ‘ner DSLR gemacht, oder?
Mehr Zeug von Hense gibt hier.

